Ostern in Nantes 4.-14.04.2004

Wir wohnten im Hause eines englischen Ehepaars in Nantes, im Univiertel. Es war in dieser Zeit noch recht kühl, erst am letzten Tag konnten wir uns ohne Jacken und Schal längere Zeit draußen aufhalten.

1_frank_at_work

This was the ONLY time the cat was allowed on the table!

Actually we were very lucky with the weather.  It wasn't warm but it only rained once the whole time and that was in the evening.  It was sunny most of the time.

Eigentlich sollten Ingo und Anne mit hier sein, aber sie sagten kurzfristig aus Ersparnisgründen ab. Da wir im Sommer gemeinsam nach Ostpreußen / Gumbinnen wollen, möchten sie nicht alle Rücklagen jetzt schon verprassen.

Während ich diese Zeilen schreibe, ist der künstliche Kamin im Wohnzimmer an, sein Gasflammenfeuer spendet ausreichend Wärme und macht das Zimmer auch recht gemütlich. Nur mit Gingers rot-gestreiften Vorhängen können wir uns nicht recht befreunden. Im Zimmer hängen sehr viele Salvadore Dali-Bilder, die mir gut, Sharon weniger gefallen.

Uns fiel auf, dass das Haus für zwei Ehepaare doch ein wenig lütt ist. Es hat auch nur ein großes Bad. Eine abgetrennte Toilette lässt schnell klaustrophobische Gedanken aufkommen. Im großen Bad steht eine Dusche, die auch seitliche Spritzfontänen hat – wenn man sie aus Spielerei einschalten möchte. Leider gab es keine Badewanne (die ich wegen meines kleinen Malheurs gern gehabt hätte).  Über einige Tage litt ich nämlich an einem recht heftigen Hexenschuss – oder was immer es war – der mich sogar im Schlaf ziemlich störte. Aber heute, einen Tag vor der Rückfahrt scheint er fast vollkommen abzuklingen.

Yes, the shower downstairs was small and the toilet upstairs was minuscule but we would have managed, I'm sure.  It took me a while to get used to the idea that it was just the two of us, but then we had a really good time and it was very relaxing.

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Our walk into town was along the right bank.

Wir haben die Stadt gut abmarschiert und alle Winkel angeschaut. Meistens gingen wir – nachdem ich etwas am Computer für meine Skripte gearbeitet hatte – gegen 11 Uhr zu Fuß bis zum Place du Commerce (ca. 30 Min.) und fuhren später mit der Tram zurück. In der Stadt besuchten wir übrigens zwei Konzerte: „Die Sieben Worte Christi am Kreuz“, ein Chorkonzert mit Solisten der Umgebung in der Kirche des Bon Port (es wurde der deutsche Text gesungen und auf einer großen Schautafel wurde der französische eingeblendet) und ein Mozart-Konzert des Mozarteum-Orchesters, Salzburg, u.a. mit dem Klarinettenkonzert, der Linzer sowie Jupiter –Sinfonie. Der Klarinettenspieler war phantastisch, er bewegte sich wie ein Schlangenbeschwörer, allerdings spielte er mit Noten, was vielleicht auf noch etwas mangelnde Konzerterfahrung schließen lässt. Da letztere fand in einem recht modernen Rundbau (Congrès de Cité) statt.

Einmal besuchten wir das Kino am Graslin-Platz und sahen den amerikanischen Film  Big Fish, der im Original mit französischen Untertiteln gezeigt wird. Der Film hat uns nicht gut gefallen, es ging um einen Sohn, der seinen ständig Abenteuergeschichten erzählenden Vater endlich verstehen und Dichtung und Wahrheit trennen möchte. Sehr chaotisch!

3_jardin

Sehr angenehm war der Abstecher im Jardin des Plantes und am letzten Tag unser Spaziergang entlang des Tertre, einem Nebenfluss der Loire, stadtauswärts.

4_gropiusbau

Interessant war auch in Rezé (unmittelbar im Norden von Nantes, mit der Stadttram erreichbar) das Le Corbusier-Mietshaus aus dem Jahr 1955.  Es hat ca. 400 Wohnungen, wirkt durch die Farbenfreude der Balkons und der Parkanlage rund herum um das Haus nicht wie eine Wohnung in Kaltenmoor oder Mietskaserne.

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Was Restaurants angeht, haben wir eigentlich nur bei unserem Abstecher nach Chateaubriant in einer Creperie ein tolles Erlebnis gehabt, meine Galette war mit Roquefort-Sauce und Salat, einfach toll! In den Creperie gab es fabelhaften Cidre brut.

Der Hausherr hat mir – da er ein gepflegter Weinkenner ist – 6 Rotweinfalschen hinterlassen. Ich habe aber leider nur zwei geschafft, weil Sharon abends so ein wundervolles Dickmilkgetränk mit Apfelsinen präsentierte. Sonst haben wir nur durchschnittliche lukullische Erlebnisse sammeln können. Mehre Male aßen wir bei Chinesen, die hier offensichtlich durchweg gut sind. Sharon war von ihnen richtig begeistert!

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Zum Schluss wollten wir auch mal im „Cigale“ am Place Graslin beim Theater essen,

dem Schicki-Micki-Lokal von Nantes. Wir bekamen jedoch keinen Platz mittags, was uns nicht besonders enttäuschte. Durchs Fenster konnten wir etliche Austernschlürfer erkennen, deren Geschmatze uns sicherlich nicht durchweg amüsiert hätte.

And anyway there wasn't anything on the menu that appealed to me.  I often have that problem in French restaurants, there are so many things I don't like that it's a question of elimination. Not my favorite way of choosing a meal!

Gute CDs konnte man bei FNAC am Place du Commerce und im Laden der harmonia mundi in der Rue Crébillon kaufen. Ich kaufte u. a. Mozart Sinfonien und CDs von Jaques Brel und Brassens.

Who can guess how many hours on how many days Frank spent in these two stores?  Luckily for him I didn't keep count.

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Wir waren am „Osterdienstag“ in Angers.

8_angers_frank_im_schlossgarten Wir haben uns im Schloss die Apokalypse-Tapisserie angesehen. Es handelt sich um die ersten Wandteppiche, teilweise über 20 Meter lang und 6 M. hoch, Für die Entwicklung der Tapisserie hatten sie offenbar die gleiche Bedeutung wie die Kirchenfenster von Chartre für die Glasmalerei. Auf uns wirkten sie zunächst wie ganz dünne Leinentücher, auf denen Figuren gewebt waren. Der Raum war sehr abgedunkelt, die Leuchtkraft des Gewebten hat in den Jahrhunderten auch wohl sehr eingebüsst. Leider konnten wir die Bilder nicht durchweg interpretieren, aber die siebenköpfigen Löwen und Drachen werden mir sicherlich in Erinnerung bleiben. Auf jedem Teppich war Johannes zu sehen, stets mit anderer Körpersprache.

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Ziemlich ernüchternd war der Besuch am Ozean, La Beaule. Der Ort hat zwar einen wundervollen Strand, aber die Hotelklötze standen dicht am Meer, einer nach dem anderen, wie an der Copa cabana. Dennoch hielten wir an und spazierten eine Stunde am Meer.

Do I look cold?  I was.  This was the day it rained.

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Was in Frankreich durchweg zu fehlen scheint, sind die schönen deutschen Cafes. Es gibt praktisch nur brasseries, die vor allem Mahlzeiten anbieten und Cafe nur als Nebengeschäft sehen. Gut sind dagegen die vielen boulangeries / patisseries, an deren Auslangen wir häufig schwach wurden und die eine oder andere Spezerei für den Cafe daheim mitnahmen. Sharon liebte vor allem das Erdbeertörtchen.

And I ate it all by myself too (but not in a single day) because Frank wasn't really interested.

Die aus der Stadt mitgenommenen Kuchenstücke genossen wir dann in der Küche „daheim“, zusammen mit der neuen Schokokaffeemischung von Nestlé. (Und wenn die beiden Katzen uns sahen, kratzten sie mit ihren Pfoten an die Tür und begehrten Einlass).

Sharon hat sich auch mit den beiden Katzen recht gut verstanden. Sie waren allerdings mächtig verfressen – bekamen täglich Hünchenrationen - und gingen uns manchmal auf den Wecker, vor allem wenn sie neben uns auf die Couch schlummern und schnurren wollten.

Frank isn't terribly accurate here.  I wasn't really very nice to the cats.  They were only allowed in the house for a short time in the evening and the one I didn't like was banned completely in the end.  They did get fed well though.

Morgen machen wir uns wieder auf die 1000 Km –Rückfahrt auf. Die arme Sharon wird wohl den Großteil wieder fahren, da ich noch nicht längere Zeit am Steuer sitzen kann. (Auf der Hinfahrt fuhr sie auch überwiegend, da ich erst gegen 3 Uhr nachts aus dem Büro gekommen war und ein ziemlich müder Heini war, (Nachtrag: nein die Rückfahrt wurde fair geteilt!). Klar, wir mögen die französischen Autobahnen, die verglichen mit den deutschen superleer sind. Die Péage hat jedoch zwei gravierende Nachteile: zum einen wurde man auf Strecke hin und von Nantes mühelos € 50,- los. Das geht vielleicht noch, aber der zweite Nachteil ist furchtbarer: immer wenn der Beifahrer ein Schläfchen halten wollte, wurde er durch die alle dreiviertel Stunden fälligen Zahlungen daran gehindert, gründlich daran gehindert, mal richtig zu knacken.